Wie das Leben von Text-Chefin, Art Director, Chefredakteur und Fernseh-Produzentin ist, haben wir schon gehört, heute ist Print-CvD Annika Schneider dran mit erzählen:
„Chefin vom Dienst“ – hört sich wichtig an. Das ist es irgendwie auch, denn wenn niemand die Fäden bei Einsteins zusammenhält, dann wird das Heft entweder total chaotisch oder nie fertig. Andererseits ist der Job so imposant auch wieder nicht. Die eigentliche Arbeit, die man hinterher sieht, machen nämlich Andere.
Ich habe von Bildbearbeitungsprogrammen keinen Schimmer, ich kenne mich mit Layoutregeln nur ein bisschen aus und Texte redigieren kann ich genauso gut wie jeder Andere. Das ist nicht schlimm, weil wir in jedem Team Experten haben. Meine Aufgabe ist es, dass alle Teams irgendwie zusammenarbeiten. Ich setze Deadlines. Ich bin hinter den Leuten her, damit die Deadlines auch eingehalten werden. Ich verteile Aufgaben. Ich kümmere mich darum, dass die Redaktionssitzungen gut laufen.
Aber das Beste an meinem Job: Ich schreibe Listen. Ich liebe es, Listen zu schreiben. Einkaufslisten, To-Do-Listen, Packlisten, Gästelisten, Lernlisten: Im Listenschreiben bin ich Profi. Insofern habe ich genau den richtigen Posten im Einsteins-Heft erwischt. Ich schreibe auf, was zu tun ist, die anderen haken ab, und wenn alle Haken da sind, ist unser Heft fertig. Naja, soweit die Theorie.
Ansonsten verbringe ich viel Zeit in Teamsitzungen (Rekord: drei Sitzungen an einem Tag, insgesamt sieben Stunden) und telefoniere viel (schönstes Erlebnis: freitagmorgens von Christine wegen der Fotostrecke geweckt werden).
Bevor das Semester angefangen hat, dachte ich, dieser Job würde mich umbringen. Schlafmangel, Stress, Nervenzusammenbrüche. Bis jetzt läuft es aber ziemlich gut und entspannt. Ich habe immer noch Zeit, ins Freibad zu gehen, meinen Freund zu sehen oder auf meinem Balkon Wassermelone zu essen. Es gab bis jetzt nicht viel Streit und alle Diskussionen sind glimpflich ausgegangen. Andererseits geht es jetzt in die heiße Endphase. Inzwischen häufen sich die unbeantworteten Mails in meinem Postfach und ich fühl mich, als müsste ich tausend Sachen gleichzeitig erledigen. Aber die eine Woche schaffe ich jetzt auch noch.

